15 Jahre Netzwerk – ein Statement von Gründungsmitglied Gunter Neubauer, Tübingen

Gunter Neubauer koordiniert seit 2014 zusammen mit Stefan Beier und Matthias Stiehler das Netzwerk und vertritt es in der Fachgruppe Jungen und junge Männer im Bundesforum Männer.

1. Was hat mich 2005 zur Mit-Gründung des Netzwerks motiviert?

Zu Beginn der 2000er Jahre wurde die neue Gleichstellungsstrategie des Gender Mainstreaming diskutiert und eingeführt. Damit stieg die Erwartung, dass wichtige Gleichstellungsthemen für Jungen und Männer wie Gesundheit, Wohlbefinden und Lebenserwartung nun auch stärker in den politischen und gesellschaftlichen Diskurs kommen werden. Allerdings zeigte sich schnell, dass hier noch einige Vorbehalte und Widerstände zu überwinden waren – und eigene Aktivität gefordert ist. Auch einige frühe, vorzeitige Todesfälle von Männern im Familien- und Bekanntenkreis haben mich damals zum Nachdenken gebracht.

2. Was hat sich seither im Bereich Jungen- und Männergesundheit verändert?

Unser Thema ist präsenter geworden und findet endlich auch einen stärkeren Niederschlag in der Gesundheitsberichterstattung. Gleichzeitig stoßen wir noch oft auf alte Vorurteile und Zuschreibungen, die männliche Problemlagen biologisieren, auf die Verhaltensebene reduzieren oder individualisieren. Das gilt für die medizinische Versorgung, aber auch für Prävention, Gesundheitsbildung und -förderung. Im politischen Bereich wird Jungen- und Männergesundheit heute (zumindest nominell) häufiger angesprochen, oft aber ohne dass sich daran ein sichtbarer Gestaltungswille anschließt. Bei vielen jüngeren Männern sehe ich den Wunsch, sich nicht allein im Beruflichen zu verausgaben und ein gesünderes, vielfältigeres Leben zu realisieren.

3. Was hat sich für mich persönlich verändert durch mein Engagement für Jungen- und Männergesundheit?

Ich habe viele kompetente, engagierte und nette Kollegen in ganz Deutschland kennengelernt und auch einige Kolleginnen, die sich alle in ihren Zusammenhängen für Jungen- und Männergesundheit einsetzen. Daraus haben sich gemeinsame Vorhaben und Aktivitäten entwickelt, die immer wieder in Veranstaltungen und Projekte gemündet sind. In unserem Bundesland Baden-Württemberg versuche ich, auf lokaler und regionaler Ebene etwas zu bewegen, und nicht zuletzt im Bundesforum Männer gibt es Entwicklungsraum für mehr Männergesundheit. Insgesamt haben sich meine beruflichen Aktivitäten von einem Schwerpunkt Jungenpädagogik mehr in den Bereich der Männergesundheit verlagert, und auch vom Lebensalter her ist mir eine gute, gesunde Lebensbalance inzwischen wichtiger geworden.

Gunter Neubauer, SOWIT – Sozialwissenschaftliches Institut Tübingen

15 Jahre Netzwerk Jungen- und Männergesundheit – Online-Treffen Fr 6.11.2020 14:00 – 16:00, Anmeldung hier

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