Tagesspiegel Background Gesundheit: Zeit für eine deutsche Männergesundheits-Strategie

Die Impulse der WHO in Sachen Männergesundheit für Europa sollten in Form einer nationalen Strategie weiterentwickelt werden, fordert Doris Bardehle, Koordinatorin des Wissenschaftlichen Beirates der Stiftung Männergesundheit. Und an der Erarbeitung dieser Strategie müssten die im Bundestag vertretenen Parteien beteiligt werden.

TAGESSPIEGEL BACKGROUND – Gesundheit & E-Health – STANDPUNKT – Zeit für eine deutsche Männergesundheits-Strategie

veröffentlicht am 10.12.2021

Doris Bardehle, Koordinatorin des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Männergesundheit

10. Dezember – Tag der ungleichen Lebenserwartung 2021

„Neben der Spur – mehr als nur schlecht drauf …“ Die Kampagne zum Tag der ungleichen Lebenserwartung widmet sich in diesem Jahr der seelischen Gesundheit und informiert über Depression bei Männern.

Männer haben eine deutlich geringere Lebenserwartung als Frauen, der Unterschied beträgt aktuell noch immer 4,8 Jahre. Auf ein Jahr gerechnet würde das Leben von Frauen also in der Silvesternacht enden, das der Männer aber schon am 10. Dezember. Um darauf aufmerksam zu machen, und dem Ziel folgend, die Gesundheit der Männer und entsprechende Angebote zu verbessern, hat die Stiftung Männergesundheit den „Tag der ungleichen Lebenserwartung“ (TUL) an diesem Tag ins Leben gerufen.

Gemeinsam mit ihren Partnern führt die Stiftung Männergesundheit jährlich eine dreiwöchige Kampagne durch, die am 19. November, dem Internationalen Männertag, startete und am Tag der ungleichen Lebenserwartung im Dezember endet.

Das Motto der diesjährigen Kampagne lautet „Neben der Spur – mehr als nur schlecht drauf“ und thematisiert Depression bei Männern. In Deutschland werden mehr als drei Viertel der Suizide von Männern begangen. Über 70 % der Betroffenen litten vorher an einer Depression – oft unerkannt, denn die Symptome können vielfältig und auf den ersten Blick „untypisch“ sein.

Social Media Kampagne und Expertengespräche

Im Rahmen der Aktionswochen werden in den Sozialen Medien unterschiedliche „männertypische“ Symptome einer Depression aufgezeigt und Tipps zum Umgang mit veränderten Verhaltensweisen und Gemütszuständen geteilt.

Darüber hinaus finden unter Einbindung des Dokumentarfilms „45 Min – Männer leiden anders: Tabu Depression“ Gespräche mit Experten statt. Diese Gespräche werden in verschiedenen Städten geführt und kostenfrei online über Zoom ausgestrahlt sowie im Anschluss zum Nachschauen auf YouTube geteilt.

Weitere Details auf der Webseite www.tag-der-ungleichen-lebenserwartung.de

Kontakt: Stiftung Männergesundheit, Juliane Rahl

HelpMen-Antrag bewilligt!

Der Projektantrag „HelpMen Train the Trainer“ (HelpMenTTT) im Programm ERASMUS+ wurde bewilligt. Damit kann das erfolgreiche HelpMen-Konzept weiterentwickelt und umgesetzt werden, unter anderem in einem Ausbildungskonzept und -programm zur Männergesundheitsbildung in Europa. Das Projekt beginnt am 1. Dezember 2021 und hat eine Laufzeit von 30 Monaten.

Das Projekt HelpMenTTT reflektiert, dass die Qualifizierung von Gesundheitsbildner:innen zusammen mit einer geeigneten Didaktik wesentliche Voraussetzungen und Erfolgskriterien für eine Verbesserung der Gesundheitsbildung benachteiligter Männer sind. Es verbindet aktuelle Forschungsergebnisse mit Ergebnissen der strategischen Partnerschaft HelpMen (2017-19), transformiert sie in ein Ausbildungskonzept und bringt sie mit neu entwickelten Inhalten, Methoden und medialen Produkten in einen Prozess der Qualifizierung und Anwendung. Das Projekt konkretisiert so auch die Strategie zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Männern in Europa der WHO von 2018 und trägt dazu bei, diese umzusetzen.

Das Projekt setzt bei den Fähigkeiten und Praktiken der Schlüsselpersonen als Trainer:innen an. Denn obwohl bekannt ist, dass gerade benachteiligte Männer von der Gesundheitsbildung kaum erreicht werden, gibt es bisher kein Ausbildungskonzept, um die Zielgruppe „bildungs- und zugangsbenachteiligte Männer“ zu erreichen. Damit wird ein offener Bedarf in der Gesundheitsbildung abgedeckt und es werden neue Inhalte, innovative Zugänge, Methoden, Tools und Materialien entwickelt und erprobt.

7 Projektpartner in 6 Ländern

Kontakt: Gunter Neubauer und Reinhard Winter, SOWIT Tübingen

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Genitale Selbstbestimmung – Online-Fachgespräch am 02.12.21

Genitale Selbstbestimmung – (K)ein Thema für die Jungen*arbeit?!?

Die LAG Jungen*- und Männer*arbeit Bayern und die LAG Jungenarbeit Baden-Württemberg veranstalten in Kooperation mit MOGiS e.V. und dem Projekt 100% Mensch am 2.12.2021 einen Online-Fachaustausch zum Thema „Männliche Beschneidung“.

Die Anatomie und Funktionen der männlichen* Vorhaut und deren Entfernung („Beschneidung“) sind in unserer Gesellschaft tabuisiert und zugleich verdeckte Realitäten, mit der sich Menschen – wenn überhaupt – eher defensiv oder gar bagatellisierend beschäftigen.

Die Einführungsveranstaltung wird grundlegendes Wissen vermitteln und sowohl aus wissenschaftlicher Perspektive, als auch aus der Erfahrung Betroffener heraus Anregungen für die Erarbeitung einer fachlich fundierten Haltung geben. Neben inhaltlichen Impulsen wird auch Raum für Austausch und das Einbringen eigener Fragestellungen bleiben.

Kontakt und Anmeldung: fortbildung@lag-jungenarbeit.de | 0711 – 656 689 00 | www.lag-jungenarbeit.de

Flyer_Fachgespraech-Genitale-Selbstbestimmung

Pressetext_Fachgespraech-Genitale-Selbstbestimmung

Tagung „Männlichkeiten und Natur (-Verhältnisse)“ 09.-11.12.21, Stuttgart

Die nächste Tagung des Arbeitskreises für interdisziplinäre Männer- und Geschlechterforschung (AIM Gender) zum Thema „Männlichkeiten und Natur (-Verhältnisse)“ findet vom 9. bis 11. Dezember 2021 im Tagungszentrum der kath. Akademie in Stuttgart-Hohenheim statt.

Zu hören sind ein gutes Dutzend Vorträge aus unterschiedlichsten Zugängen der Männerforschung. Zwei Vortragstitel als Appetizer:

Zur Hormonalisierung von Männlichkeit
Skizze zur männlichen Natur der Gegenwart
Marlene Hartmann (Chemnitz)

Von rohen und gekochten Eiern
Das Hodenbad als Verhütungsmethode, Männlichkeitskritik und Körperpraktik
Fabian Hennig (Mainz)

Zum Tagungsprogramm mit weiteren Informationen

Zur Online-Anmeldung

Fachtag „Mann sein in der Krise“ Dresden Mo 22.11.21

Krisen haben Hochkonjunktur. Wir schauen auf die Menschen in ihnen – insbesondere die Männer, die in Krisen leben. Was bedeuten Krisen für sie, ihre Männlichkeit, ihre Bewältigungsstrategien? Und welche Unterstützung können Akteure im Sozial- und Gesundheitssystem leisten, die funktioniert?

Wir, die Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen, laden herzlich ein zum Fachtag
Mann sein in der Krise. Ausnahmezustand oder ganz normaler Wahnsinn?
am Montag, 22.11.2021 in Dresden

Zahlreiche Experten geben Einblick aus unterschiedlichsten Perspektiven. Melden Sie sich bald an, die Teilnahmezahl ist beschränkt!

Details hier oder im Flyer:

Online-Vortrag „Suizidprävention bei Männern“ am 19.11.21, 11:00 – 12:45

zum internationalen Männertag am 19. November 2021

Suizidprävention bei Männern – ein Erfahrungsbericht. Sensibilisierung, Früherkennung, Beratung

Impulsvortrag und Fachaustausch mit Andreas Kadel, Göppingen

Online-Veranstaltung am Freitag, 19. November 2021, 11.00 – 12.45 Uhr

Das Gesundheitsamt Göppingen führt seit 2009 ein Langzeit-Projekt zur Suizidprävention bei Männern im Landkreis Göppingen durch. Dazu werden u.a. Vorträge, Workshops oder Veranstaltungen im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements angeboten und durchgeführt. Das informierende und aktivierende Projekt ist ein wichtiger Baustein im Bereich der Präventionsaufgaben des Gesundheitsamts und Teil der Göppinger Strategie zur Männergesundheitsförderung „Mann bleib gesund!“

Andreas Kadel wird dieses Projekt vorstellen und über die Erfahrungen im Landkreis Göppingen berichten. Dabei wollen wir Ansätze männerbezogener Suizidprävention auch in den Kontext der Männerberatung stellen und reflektieren, wie Beratungsangebote dieses Thema aufnehmen und für betroffene oder hilfesuchende Männer zugänglich(er) machen können.

Die Veranstaltung wird mitgetragen von der LAG Männer und Väter in Baden-Württemberg und ist Teil der Kampagne „Neben der Spur – mehr als nur schlecht drauf…“ zum Tag der ungleichen Lebenserwartung 2021 tag-der-ungleichen-lebenserwartung.de mit dem Schwerpunkt Depressionen bei Männern.

Programm

10.30 Ankommen im Online-Raum

11.00 Begrüßung, Einführung, Who all is here?

11.15 Grußwort und Vorstellung der Plattform maennerberatungsnetz.de des BFM – Dr. Dag Schölper, Geschäftsführer Bundesforum Männer (BFM)

11.30 Impulsvortrag und Erfahrungsbericht – Andreas Kadel, Gesundheitsamt Göppingen

12.00 Nachfragen, Diskussion, Austausch

12.30 Schlussrunde, Resümee und Ausblick

12.45 Ende der Veranstaltung

Impulsvortrag: Andreas Kadel, Arzt für öffentliches Gesundheitswesen Landratsamt Göppingen, Gesundheitsamt

Moderation: Christian Kindler, Diözese Rottenburg-Stuttgart, Fachbereich Männer und Gunter Neubauer, SOWIT Tübingen, Projekt „Männerbezogene Suizidprävention“ des Kompetenzzentrum Jungen- und Männergesundheit Baden-Württemberg (komm b-w)

Anmeldung: Wir bitten um Online-Anmeldung bis Mittwoch, 17. November 2021, danach wird ein Zugangslink für das Zoom-Meeting zugesandt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Das Projekt „Männerbezogene Suizidprävention“ wird unterstützt durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg.

Start der Koalitionsverhandlungen: Da war noch was offen …

Durch eine Recherche des Blogs gesund.men zur Frage, welche Bedeutung die im Bundestag vertretenen Parteien der Lebenserwartungsdifferenz und insgesamt der Männergesundheit zumessen, sind wir im Frühjahr erneut auf eine erhebliche Lücke in der Programmatik von Bündnis 90 / Die Grünen aufmerksam geworden.

Zusammen mit der Stiftung Männergesundheit, dem Bundesforum Männer und weiteren Akteuren haben wir daraufhin an den Vorstand der Bundestagsfraktion und den Bundesvorstand von Bündnis 90 / Die Grünen geschrieben.

Die anonyme Antwort vom „Info-Service der Bundestagsfraktion“ war für uns in keiner Weise zufriedenstellend und hat einiges offen gelassen.

Vor dem Hintergrund der nun beginnenden Koalitionsverhandlungen soll daran noch einmal erinnert werden. Bei der Neuausrichtung der Bundesregierung und der Gesundheitspolitik in Deutschland wäre in diesem Zusammenhang auch dem Männergesundheitsmanifest eine angemessene Aufmerksamkeit zu wünschen. Ideen dazu gerne an die Unterzeichnerïnnen oder die Aktiven im Netzwerk.

Fachtag „Suizidprävention und Krisenberatung bei Jungen und Männern“ in Stuttgart am 26.10.21

Am Dienstag 26.10.21 (!) wird ein Fachtag „Suizidprävention und Krisenberatung bei Jungen und Männern“ insbesondere für Fachkräfte, die in der Beratungslandschaft tätig sind, angeboten. Er findet statt im Hospitalhof, Büchsenstr. 33 in Stuttgart von 10 Uhr bis 17 Uhr. Nach zwei einleitenden Fachinputs am Vormittag (Christoph Schwamm, Medizinhistoriker, Heidelberg und Björn Süfke, Männertherapeut und Autor, Bielefeld) kann am Nachmittag in themen- und vielfaltsorientierten Workshops gearbeitet, diskutiert und reflektiert werden. In Kleingruppen ist Gelegenheit, sich mit anderen Teilnehmer*innen und zu spezifischen Aspekten und Fragestellungen vertieft auszutauschen und Erfahrungen zu teilen. Den Abschluss bilden ein Beispiel guter Praxis (FRANS – Frankfurter Netzwerk für Suizidprävention) und ein Podiumsgespräch.

Veranstalterin: Landeshauptstadt Stuttgart, Abteilung für individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern in Kooperation mit dem Netzwerk Männerberatung Stuttgart und dem Kompetenzzentrum Jungen- und Männergesundheit Baden-Württemberg.

Das Projekt „Männerbezogene Suizidprävention“ wird unterstützt durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg.

Eine Anmeldung zum Fachtag kann über folgende Mailadresse erfolgen: poststelle.ob-icg-fachtagung@stuttgart.de

Abschlussveranstaltung des Modellprojekts Mann, was geht?!

Im Kooperationsprojekt zur Förderung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens von Männern Mann, was geht?! der Techniker Krankenkasse, der Universität Bielefeld und der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. wurden Zugänge und Erfolgsfaktoren exploriert, um die psychische Gesundheit von Männern in unterschiedlichen Lebensphasen und Lebenswelten zu stärken. Darüber hinaus wurden Risikofaktoren und Barrieren untersucht, die eine Implementierung männergerechter Maßnahmen in die Praxis erschweren.

Wie erleben psychisch belastete Männer ihren (beruflichen) Alltag und wie gehen sie mit diesen Belastungen um? Auf welche Kraftquellen greifen sie zurück? Was bedeutet das für die (digitale) Ansprache und Sensibilisierung männlicher Beschäftigter? Worauf sollten Betriebe im Planungs- und Umsetzungsprozess männergerechter Maßnahmen achten? Die Ergebnisse des Kooperationsprojekts sollen auf der digitalen Abschlusstagung reflektiert und diskutiert werden.

Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte des Gesundheitswesens, Akteur*innen des betrieblichen Personal- und Gesundheitsmanagements sowie Multiplikator*innen aus der Männerarbeit.

Datum: Mittwoch, 27. Oktober 2021

Uhrzeit: 14:00 – 16:15 Uhr

Wo: Virtuell über den Anbieter Zoom

Infos + Anmeldung (kostenfrei): https://www.mann-was-geht.de/bgm-fuer-maenner-konkret/