Bundesforum Männer: Positionspapier zur Beschneidung von Jungen

Unser Dachverband Bundesforum Männer hat am 31.03.2017 auf seiner 8. ordentlichen Mitgliederversammlung ein Positionspapier zur Beschneidung von Jungen verabschiedet.

„Dabei geht es dem Bundesforum Männer insbesondere darum, den gesellschaftlichen Dialog um die Frage der Bescheidung von Jungen und den Schutz von Jungen auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung voranzubringen.
Vor vier Jahren hat der Gesetzgeber in §1631d BGB medizinisch nicht erforderliche Beschneidungen an nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kinder als Teil der elterlichen Personensorge legalisiert. Nach sehr kurzer Debatte wurde die Diskussion zu diesem vielschichtigen und teils tabuisierten Thema für beendet erklärt.
Das Bundesforum Männer hat die Diskussion fortgeführt, weil bisher nicht genügend Raum für ein fundiertes Abwägen der unterschiedlichen Positionen und Expertisen gegeben wurde. Wir sehen die Notwendigkeit, Position für die Rechte von Jungen und Männern zu beziehen, zur Enttabuisierung der Thematik beizutragen sowie einer offenen und sachlich orientierten Diskussion Impulse zu verleihen.“

Download des Positionspapiers

Download „Impulse zur Diskussion um die Zirkumzision“ (Bundesforum Männer 2012)

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Aufruf: Tag der ungleichen Lebenserwartung – 10. Dezember

Die Stiftung Männergesundheit hat die Idee eines Tags der ungleichen Lebenserwartung entwickelt. Damit ist der Tag gemeint, an dem nach durchschnittlicher Lebenserwartung auf ein Jahr gerechnet für die Männer Schluss ist. Das Ziel ist, mit diesem Trick die geringere Lebenserwartung der Männer bildhafter zu machen und damit die Brisanz der „verlorenen“ Jahre zu verdeutlichen.

Dabei soll es keine zentralgesteuerte Kampagne geben, sondern unterschiedliche Institutionen, Vereine und Zusammenschlüsse, die das zentrale Anliegen des Tags der ungleichen Lebenserwartung mittragen, entwickeln Ideen für diesen Tag, um die immer so selbstverständlich hingenommene geringere Lebenserwartung von Männern in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen. Es sind also Kreativität und Öffentlichkeitsarbeit gefragt.

Die zentrale Frage ist: Was sind die Männer der Gesellschaft wert, dass die geringere Lebenserwartung einfach so hingenommen wird?

Einzelheiten lassen sich dem Aufruf zum Tag der ungleichen Lebenserwartung entnehmen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn auch Sie bei diesem Projekt mitmachen und vielleicht eigene Ideen einbringen. Gern kann die zentrale Botschaft des Tags der ungleichen Lebenserwartung mit Ihren Themen und Projekten verbunden werden.

Die Idee und das Papier kann auch gern weitergegeben werden.

Dr. Matthias Stiehler

Vorstand Wissenschaft der Stiftung Männergesundheit

Sexualität von Männern – 3. Bericht zur Männergesundheit erschienen

Obwohl das wissenschaftliche Interesse an männlicher Sexualität in den letzten Jahren gewachsen ist, fehlen zu vielen Aspekten belastbare Daten. Vor diesem Hintergrund wirft der Dritte Deutsche Männergesundheitsbericht einen aktuellen Blick auf die vielseitigen Facetten der Sexualität von Jungen und Männern sowohl aus sozialwissenschaftlicher als auch aus medizinischer Perspektive. 40 Expertinnen und Experten analysieren in 31 Beiträgen den Stand der Forschung, zeigen Defizite auf und geben umfangreiche Handlungsempfehlungen.

Entstanden ist der 3. Männergesundheitsbericht der Stiftung Männergesundheit in Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte Sexualwissenschaft der Hochschule Merseburg – IFAS.

MGB 3 Sexualität von Männern

Neben der Herausgeberschaft durch die Stiftung Männergesundheit seitens Prof. Dr. Doris Bardehle und deren Beiträgen haben auch weitere Mitglieder des Netzwerks Jungen- und Männergesundheit wieder mehrere Kapitel zum Dritten Deutschen Männergesundheitsbericht beigesteuert:

1.1 Sexualität in Deutschland (1933 – 2016) Martin Dinges

2.2  Sexuelle Gesundheit von Jungen bis zur Pubertät Gunter Neubauer

2.4  Sexuelle Gesundheit männlicher Jugendlicher – Indikatoren männlicher sexueller Jugendgesundheit Reinhard Winter

4.5  Sexuell übertragbare Infektionen und ihre Bedeutung für die Männergesundheit und männliche Sexualität Matthias Stiehler

5.5  Der gesellschaftliche Umgang mit Sexualstraftätern Heino Stöver

Informationen zum Dritten Deutschen Männergesundheitsbericht bei der Stiftung Männergesundheit

Informationen zum Dritten Deutschen Männergesundheitsbericht beim Psychosozial-Verlag

Stellungnahme Bundesforum Männer und Netzwerk JMG

Wie weiter nach dem Männergesundheitsbericht 2014? Gemeinsame Stellungnahme von Netzwerk Jungen- und Männergesundheit und Bundesforum Männer

2014 publizierte das Robert Koch-Institut nach langer Vorarbeit den Bericht „Gesundheitliche Lage der Männer in Deutschland“. Er zeigte u.a. männer- und genderspezifische Probleme und Versorgungsengpässe auf. Aufgabe von Gesundheitsberichterstattung ist es, Politik und Öffentlichkeit über Gesundheit, Krankheit, Gesundheitsrisiken und Sterbegeschehen einer räumlich und zeitlich definierten Bevölkerung zu informieren. Sie stellt eine empirische Grundlage für gesundheitspolitische Entscheidungen bereit und begleitet den Prozess der Umsetzung.

Politisch ist seit dem nichts passiert. Mit dieser Stellungnahme wollen wir darstellen, wie die im Bericht dokumentierten Verhältnisse gesundheitspolitisch aufgegriffen und verbessert werden können.

Download der Stellungnahme, die Anfang Mai an das Bundesministerium für Gesundheit sowie an den Bundestagsausschuss für Gesundheit übermittelt wurde

Was wurde aus dem Männergesundheitsbericht 2014?

Der „Bericht zur gesundheitlichen Lage der Männer in Deutschland“, der im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes veröffentlicht wurde, war ein wichtiger Meilenstein zur Dokumentation der gesundheitlichen Lage und entsprechender Bedarfe von Männern.

Allerdings sind im Bericht Herausforderungen für die Gesundheitsforschung und -versorgung zwar formuliert, die Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen steht aber, wie auch eine mögliche Umsetzung, noch aus.

Das Netzwerk Jungen und Männergesundheit und das Bundesforum Männer – Interessenverband für Jungen, Männer & Väter stellen sich dieser Frage und formulieren aus ihrer männerbezogenen Expertise spezifische Forderungen sowohl für die Gesundheitsberichterstattung als auch für die geschlechtsspezifische Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitsversorgung:

  • eine regelmäßige Männergesundheitsberichterstattung und die verbindliche Weiterführung und Verstetigung der Jungen- und Männerperspektive in der Gesundheitsberichterstattung, sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene.
  • eine Verbesserung der Datenlage und Datenqualität zur Beschreibung der geschlechtsspezifischen Besonderheiten von Jungen und Männern sowie Mädchen und Frauen, wie dies mehrfach im Männergesundheitsbericht 2014 benannt und adressiert wird.
  • die weitere Differenzierung der Gruppe der Jungen und Männer sowohl bei der Datenerhebung als auch bei der Beschreibung der jeweiligen gesundheitlichen Belange, z.B. bei marginalisierten Jungen und Männern, bei Jungen und Männern mit Migrationshintergrund, bei geflüchtete Jungen und Männern.
  • das Aufgreifen der im Männergesundheitsbericht 2014 benannten Forschungsdesiderate und die Schließung von Forschungslücken im Bereich der Jungen- und Männergesundheit, vor allem hinsichtlich der Erforschung von Gesundheitsressourcen und zum Einfluss des Rollenverständnisses auf die Gesundheit.
  • das Aufgreifen von geschlechtsspezifischen Themen, die bislang in der Gesundheitsberichterstattung vernachlässigt wurden; dies betrifft z.B. ganz allgemein die Jungengesundheit, den Bereich männliche Sexualität und Gesundheit, die Gesundheit von Jungen und Männern mit Behinderung.

Was bedeutet das Präventionsgesetz für die Jungen- und Männergesundheit?

Das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz) ist seit 2015 in Kraft und steckt den Rahmen für Leistungen der Krankenkassen zur Verringerung von Krankheitsrisiken und der Förderung eines selbstbestimmten, gesundheitsförderliches Handelns ab. Außerdem soll das Gesetz die stärkere Zusammenarbeit der Sozialversicherungsträger, Länder und Kommunen in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung fördern.

Die Geschlechterdimension ist im Gesetz an zwei prominenten Stellen berücksichtigt worden. Der neue Paragraph 2b des SGB V besagt, dass bei den Leistungen der Krankenkassen die geschlechtsspezifischen Besonderheiten zu berücksichtigen sind und Paragraph 20 Absatz 1 wurde um den Passus erweitert, dass Leistungen zur Prävention und Gesundheitsförderung nicht nur einen Beitrag zur Verminderung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen leisten sollen, sondern auch zur Verminderung geschlechtsbezogener Ungleichheit von Gesundheitschancen.

Diese Absichtserklärungen klingen gut. Vor dem Hintergrund des Männergesundheitsberichts 2014 fordern wir aber für die Umsetzung des Präventionsgesetzes:

  • die Schaffung von Strukturen, die sicherstellen, dass die bislang völlig unzureichend beachteten spezifischen Bedarfe von Jungen und Männern hier angemessen berücksichtigt werden. Dazu gehört insbesondere eine geschlechterbezogene Evaluation der Maßnahmen nach dem Präventionsgesetz.
  • konkrete Maßnahmen zur Sicherstellung der Genderqualität von Prävention und Gesundheitsförderung wie etwa die Evaluation der genderbezogenen Einträge der Praxisdatenbank „Gesundheitliche Chancengleichheit“, die das Land Brandenburg im Auftrag des Bundes führt. Insgesamt ist eine geschlechterdifferenzierende Angebotsanalyse für den Bereich der Gesundheitsförderung bislang nicht möglich, da die Geschlechtsspezifik hier wie auch andernorts nur unzureichend beschrieben wird und eine geschlechtersensible Projektdokumentation weitgehend fehlt.
  • die Einführung und Durchsetzung einer geschlechtersensiblen Präventionsberichterstattung zur Evaluation der Maßnahmen nach dem Präventionsgesetz.

Weitergehende Forderungen und Empfehlungen

Das Netzwerk Jungen- und Männergesundheit und das Bundesforum Männer fordern und empfehlen darüber hinaus folgende Themenbereiche zur Weiterführung und Vertiefung des Männergesundheitsberichts 2014 sowie zur Einrichtung von Maßnahmen in den Bereichen Gesundheitsforschung und Gesundheitsförderung:

  • im Kontext Arbeit / Setting Betrieb – Maßnahmen und Programme im Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung wie z.B. INQA (Initiative Neue Qualität der Arbeit) und iga (Initiative Gesundheit und Arbeit) auf ihre Geschlechtersensibilität und -qualität überprüfen und entsprechend weiterentwickeln
  • im Kontext Arbeitslosigkeit / Setting Stadtteil – geschlechtersensible Gesundheitsförderung bei Arbeitslosigkeit verbessern z.B. durch männerspezifische gesundheitsfördernde Maßnahmen „vor Ort“ bzw. im Sozialraum, dabei die Stärkung sozialen Kapitals geschlechtersensibel angehen
  • im Kontext Sozialstatus / verschiedene Settings – im Bereich von Gesundheitsförderung und Prävention die Erreichbarkeit sowie die Ausrichtung an nicht-privilegierten Jungen und Männern verbessern; Forschungsbedarf zu männerspezifischen Voraussetzungen von Erreichbarkeit erheben und umsetzen
  • im Kontext Alter / Setting Stadtteil – mit Blick auf die Prävalenz von Depressionen und Suiziden das soziale Kapital von Männern im Übergang in die Nacherwerbsphase stärken durch Maßnahmen auf kommunaler Ebene und im Sozialraum

Vorschläge zur Umsetzung

Wir fordern in der Folge des Männergesundheitsberichts 2014 die zeitnahe Erarbeitung oder Beauftragung sowie die Umsetzung eines Aktionsplans Jungen- und Männergesundheit durch das Bundesministerium für Gesundheit – wie er beispielhaft etwa in Irland durch Men’s Health Ireland (www.menshealthireland.ie/wp-content/uploads/2016/09/2016keyareasmhp-docx.pdf) fundiert und detailliert vorgelegt wurde.

Wir regen als einen ersten Schritt zur Weiterarbeit an, die bundesweit relevanten Akteure zu einer Tagung mit Umsetzungsperspektive im Bereich der jungen- und männerspezifischer Gesundheitsförderung und Prävention zu versammeln. Dort sollten u.a. Handlungsempfehlungen aus dem Männergesundheitsbericht 2014 abgeleitet werden, Perspektiven für deren Umsetzung diskutiert und an die jeweils Verantwortlichen im Gesundheitsbereich adressiert werden.

Außerdem regen wir die Einsetzung eines Beirats „Jungen- und männerspezifischer Gesundheitsförderung und Prävention“ beim Bundesministerium für Gesundheit an.

Für das Netzwerk Jungen- und Männergesundheit:

Thomas Altgeld, Johannes Balke, Prof. Dr. phil. Martin Dinges, Gunter Neubauer

Für das Bundesforum Männer:

Martin Rosowski, Vorsitzender, Hans-Georg Nelles, stellvertretender Vorsitzender,
Stephan Buttgereit, stellvertretender Vorsitzender

Netzwerk Jungen- und Männergesundheit

Das Netzwerk Jungen- und Männergesundheit (www.netzwerk-maennergesundheit.de) ist ein multidisziplinärer, nicht kommerzieller und vom fachlichen Interesse seiner Mitglieder inspirierter Zusammenschluss von Fachkräften aus allen Bereichen der Jungen- und Männergesundheit. Das Netzwerk verbindet Fachleute, die sich professionell oder ehrenamtlich mit Jungen- und Männergesundheit beschäftigen, und bietet ihnen Austauschmöglichkeiten in fachlichen Foren. Darüber hinaus ist das Netzwerk Jungen- und Männergesundheit im Bereich der Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit tätig.

Das Netzwerk Jungen- und Männergesundheit setzt sich für die Durchsetzung gesundheitlicher Chancengleichheit ein und fordert, dass die Verbesserung der gesundheitlichen Lage und der gesunden Lebenserwartung von Jungen und Männern als ein prioritäres gesundheitspolitisches Ziel aufgenommen und aktiv verfolgt werden soll.

Kontakt: Netzwerk Jungen- und Männergesundheit

Gunter Neubauer

Sozialwissenschaftliches Institut Tübingen

Ringstraße 7 | D-72070 Tübingen | +49 7071 975 813

info @sowit.dewww.sowit.de

 

Bundesforum Männer

Das Bundesforum Männer – Interessenverband für Jungen, Männer und Väter e. V. (https://bundesforum-maenner.de) ist als Nichtregierungsorganisation ein Dachverband für Organisationen, die deutschlandweit im Feld von Jungen-, Männer- und Väterpolitik tätig sind. Seine Kernaufgaben sind aktive geschlechterpolitische Lobbyarbeit, Interessenvertretung und Beratung und fachliche Vernetzung. Das Bundesforum Männer ist für Regierungen, Ministerien, Fraktionen, Parteien und politische Stiftungen auf Bundes- und Landesebene der männerpolitische Ansprechpartner. Die Arbeit des Bundesforum Männer orientiert sich an dem Grundprinzip der Geschlechtergerechtigkeit und unterstützt den konstruktiven Dialog zwischen den Geschlechtern. In diesem Sinne setzt sich das Bundesforum Männer dafür ein, dass alle Geschlechter gleichberechtigt im Fokus der politischen und gesellschaftlichen Gestaltung stehen und wendet sich gegen jegliche geschlechtliche Diskriminierung.

Kontakt: Bundesforum Männer – Interessenverband für Jungen, Männer & Väter e.V.

Dr. Dag Schölper

Karl-Liebknecht-Straße 34 | D-10178 Berlin | +49 30 275 811 22

info@bundesforum-maenner.de | www.bundesforum-maenner.de

Niedersächsischer Gesundheitspreis für Vater-Kind-Rehabilitation

Die Fachklinik Thomas Morus auf auf der Nordseeinsel Norderney bekam am 30. November in Hannover den sechsten Niedersächsischen Gesundheitspreis in der Kategorie „Der kleine Unterschied – Geschlechterspezifische Gesundheitsversorgung und -förderung“ für das Projekt „Stationäre Prävention und Rehabilitation für Väter mit Kindern in einer homogenen Großgruppe“. Diese Vater-Kind-Maßnahmen gibt es in der Klinik seit 15 Jahren, etwa 200 Väter nehmen dieses Angebot pro Jahr in Anspruch. Dem Preisträger ist es gelungen, ein vorbildliches Angebot aufzubauen, das von Vätern hervorragend angenommen wird.

Die Fachklinik Thomas Morus führt an fünf Terminen pro Jahr anstelle von Mutter-Kind-Maßnahmen Vater-Kind-Maßnahmen für jeweils 38 Väter zusammen mit ihren Kindern durch. Die Männergruppe reist gemeinsam an und bildet für 21 Tage eine therapeutische Gruppe. In diesem Zeitraum werden keine Mütter aufgenommen. In dieser geschlechtsspezifischen Gruppe kümmern sich die Männer um ihre eigene Gesundheit, reflektieren in Gruppen oder in der Einzelberatung schwierige Situationen im Kontext von Familie und Beruf und nehmen die Vater-Kind-Beziehung bewusst in den Fokus. Gleichzeitig werden sie in der Bewegungs- und Entspannungstherapie für sich selbst aktiv. Für die Zeit der Vater-Kind-Maßnahmen wird der Anteil der männlichen Therapeuten erhöht. Außerdem begleitet zusätzlich ein Männerseelsorger die Maßnahme.

Die Vater-Kind-Maßnahmen gelten als zeitgemäße Unterstützung, um  Männer angesichts veränderter gesellschaftlicher Anforderungen auf ihrem Weg in ein neues Rollenverständnis zu begleiten. In der praktischen Arbeit zeigt sich, dass der Grat der Erschöpfung bei Männern sehr hoch ist und dass es vielen schwer fällt, Hilfe anzunehmen. Zugleich lässt sich während der Maßnahmen feststellen, dass Männer genauso wie Frauen neue Impulse und Anregungen aufgreifen können und beginnen, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren. Darüber hinaus bekommen Väter und Kinder die Chance, neue Seiten an ihrer Beziehung zu entdecken.

Der Niedersächsische Gesundheitspreis wird vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, der Kassenärztlichen Vereinigung, der AOK und der Apothekerkammer Niedersachsen ausgeschrieben. Die Organisation liegt bei der  Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen.

Jahrestreffen Netzwerk Jungen- und Männergesundheit 4. bis 6.11.2016 in Weimar

Das diesjährige Treffen des Netzwerks wird von der Stiftung Männergesundheit in Weimar ausgerichtet. Das interessante und vielschichtige Programm bietet einige Impulsvorträge von Netzwerk-Mitgliedern:

  • zur Definition von Männergesundheit (Doris Bardehle)
  • zum Männergesundheitsportal der BZgA (Siam Schoofs)
  • zur Kampagne „Männergesundheit Sachsen“ (Frank Scheinert)
  • zu Jungengesundheitsprojekten in Mannheim (Holger Kairies)
  • zu einem Männerberatungsnetzwerk für den deutschsprachigen Raum (Klaus Rosenkranz)
  • zum Männergesundheitsbericht 2016 „Sexuelle Gesundheit“ (Doris Bardehle)
  • zum Männergesundheitsbericht Baden Württemberg 2015 (Gunter Neubauer)

Außerdem gibt es ein Gespräch mit Katrin Christ-Eisenwinder, der Gleichstellungsbeauftragten des Freistaates Thüringen, einen Vortrag zur „Entwicklung des Männerbildes während der NS-Zeit“ mit anschließendem Rundgang durch die Gedenkstätte Buchenwald, einen Besuch der Anna Amalia Bibliothek sowie einen Vortrag zur „Männerfreundschaft“ zwischen Goethe und Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach.