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Themen und Termine der Corona-Mann-Onlineforen: coma-call.de/thementermine/

Eine Initiative des Landesarbeitsgemeinschaft Jungen- und Männerarbeit Sachsen in Kooperation mit dem Männernetzwerk Dresden e.V. und der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz

Zoom-Meeting: Tag der ungleichen Lebenserwartung | 10. Dezember 2020

Donnerstag 10. Dezember 2020 | 14:00 – 16:00 | online via zoom.us | kostenfrei

Programm

14:00 Uhr       Begrüßung und Einführung

14:10 Uhr       Grußwort | Dr. Sabine Voermans, Leiterin Gesundheitsmanagement, Techniker Krankenkasse

14:20 Uhr       Thematische Einführung: Tag der ungleichen Lebenserwartung | Dr. Matthias Stiehler, Stiftung Männergesundheit

14:30 Uhr       Männlichkeit und Lebenserwartung im Wandel: Welchen Einfluss hat die Arbeit? | Prof. Dr. Martin Dinges, stv. Leiter a.D. des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung

15:00 Uhr       Pause

15:10 Uhr       Gute Arbeit, Betriebliches Gesundheitsmanagement und Gesundheitsförderung: Chancen für Männer! | Gunter Neubauer, SOWIT – Sozialwissenschaftliches Institut Tübingen

15:40 Uhr       Gute Arbeit macht gesund – schlechte Arbeit nimmt (das) Leben!  (offener Austausch)

16:00 Uhr       Verabschiedung

Während neu geborene Mädchen eine Lebenserwartung von ca. 83 Jahren haben, beträgt diese bei neugeborenen Jungen nur ca. 78 Jahre. Auf ein Jahr umgerechnet würde das Leben von Frauen also in der Silvesternacht enden, das der Männer aber schon am 10. Dezember. Anders formuliert: Weihnachten findet ohne Männer statt!

Um dies stärker sichtbar zu machen wurde in Deutschland federführend durch die Stiftung Männergesundheit der Tag der ungleichen Lebenserwartung am 10. Dezember ins Leben gerufen. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto „Gute Arbeit macht gesund – schlechte Arbeit nimmt (das) Leben“. Viele „Stellschrauben“ der Lebenserwartung werden bereits im erwerbstätigen Lebensalter gestellt und prägen die Lebensqualität und -erwartung in der zweiten Lebenshälfte. Wo kann man ansetzen, um hier die gesundheitliche Chancengleichheit von Frauen und Männern im Betrieb anzugleichen und zu erhöhen?

Dem Tag der ungleichen Lebenserwartung zum Anlass lädt Mann, was geht?! interessierte Fach- und Führungskräfte ein, um über Handlungsfelder des Betrieblichen Gesundheitsmanagements mit Männern zu informieren und zu diskutieren.

Zur Anmeldung und zum Programm: www.mann-was-geht.de/professionals

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Ihr Team der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. | Martin Schumacher und Lennart Semmler

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Zum Programm

Internationaler Männertag – Start der Kampagne zum Tag der ungleichen Lebenserwartung

Die diesjährige Kampagne beginnt am heutigen Internationalen Männertag und läuft bis zum Tag der ungleichen Lebenserwartung am 10. Dezember. Ihr Motto ist:

Gute Arbeit macht gesund – schlechte Arbeit nimmt (das) Leben

Die Homepage der Kampagne wurde aktualisiert, dort findet sich u.a. eine Link- und Literaturliste und ein Quiz mit Gewinnspiel rund um Fragen zur Lebenserwartung.

Außerdem startet heute eine Reihe von Facebook-Posts zum Thema mit kurzen Clips, die nach und nach freigeschaltet werden und denen i.d.R. eine Langversion hinterlegt ist.

Do 19.11. Internationaler Männertag – Übergang in die Rente
Sa 21.11.Die Qual der Wahl – Studien- und Berufswahl und Gesundheit
Mo 23.11. in Japan Arbeitsdanktag – Arbeit als Quelle der Gesundheit
Do 26.11.Wenn Karriere zum (Gesundheits-) Problem wird
Sa 28.11.Wer bin ich ohne meine Arbeit?
Mo 30.11.Vereinbarkeit als Gesundheitschance für Männer?
Di 01.12.Welt-Aids-Tag – Pflege deinen Schwanz
Mi 01.12.Int. Tag für die Abschaffung der Sklaverei – Arbeitsausbeutung von Männern und Formen moderner Sklaverei
Do 03.12.Int. Tag der Menschen mit Behinderung – Arbeitsfähigkeit vs. Wertschätzung
Sa 05.12.Int. Tag des Ehrenamts – Lebensbalance durch „andere“ Arbeit
So 06.12.Umgang von Arbeitgebern mit Arbeitnehmern vor dem Renteneintritt
Di 08.12.Die Arbeit verlieren: Was genau verliert man da?
Do 10.12.Tag der ungleichen Lebenserwartung – Pflicht oder Kür? Wie das eigene Potenzial in der Arbeit zur Geltung kommt
Themen der Social Media-Kampagne

Die diesjährige Kampagne wird getragen von

  • Stiftung Männergesundheit und Förderverein der Stiftung Männergesundheit
  • Agentur für Männer
  • Bundesforum Männer
  • DIEG – Dresdner Institut für Erwachsenenbildung und Gesundheitswissenschaft
  • Landesfachstelle Männerarbeit bei der LAG Jungen- und Männerarbeit Sachsen
  • Netzwerk Jungen- und Männergesundheit
  • Papaseiten im VSP Dresden
  • SOWIT – Sozialwissenschaftliches Institut Tübingen

Neuerscheinung: Männer und der Übergang in die Rente

Hendrik Jürges, Johannes Siegrist, Matthias Stiehler (Hg.): Männer und der Übergang in die Rente. Vierter Deutscher Männergesundheitsbericht der Stiftung Männergesundheit. Gießen, Psychosozial Verlag 2020

Bis zum Jahr 2050 wird es etwa 23 Millionen über 65-Jährige in Deutschland geben. Dadurch wird es gesellschaftlich wie individuell zunehmend notwendig, gute Voraussetzungen für das Rentenalter als Lebensphase zu schaffen. Um es bei guter Gesundheit und Lebensqualität zu verbringen, sollte bereits die Zeit vor dem Übergang zur Vorbereitung genutzt werden. Insbesondere Männer, die sich oft stark mit ihrer Berufstätigkeit identifizieren, sind gefordert, ein hohes Gesundheitspotenzial und gute soziale Bedingungen verantwortungsbewusst aufzubauen.

Der Vierte Deutsche Männergesundheitsbericht setzt bei einer fundierten Bestandsaufnahme der Situation der Männer zwischen 55 und 74 Jahren an. Aus ihr ergeben sich wichtige Themen für die Politik, für die Soziale Arbeit und für den gesellschaftlichen Diskurs insgesamt. (Verlagsinformation)

Im ersten Kapitel des Berichts wird die gesundheitliche Lage von Männern zwischen Mitte 50 und Mitte 70 behandelt, im zweiten Kapitel steht die gesundheitliche Lage arbeitender Männer in den letzten 10 Jahren der Erwerbstätigkeit im Zentrum. Kapitel 3 widmet sich der Übergangsphase und dem dritten Lebensalter, während Kapitel 4 einige Modelle guter Praxis beschreibt. Kapitel 5 zieht dann ein Fazit für Gesellschaft und Politik.

Am Buchprojekt waren unsere Netzwerkmitglieder Doris Bardehle, Anne Straker und – auch als Herausgeber – Matthias Stiehler beteiligt. Er fasst zwei für ihn wesentliche Kernergebnisse so zusammen: „Die Wertschätzung gegenüber älteren Arbeitnehmer ist gering – die meisten wollen irgendwann raus aus der Erwerbsarbeit. Und den ‚Rententod‘ als statistisches Phänomen gibt es eigentlich nicht.“

Vierter Deutscher Männergesundheitsbericht beim Psychoszial Verlag und Inhaltsverzeichnis

15 Jahre Netzwerk Jungen- und Männergesundheit – Online-Treffen am 6.11.2020

Das Netzwerktreffen zum Jubiläum fand am 6. November via Zoom mit 23 Teilnehmer*innen statt. Als neues Netzwerkmitglied wurde der Gerontologe Prof. Dr. Eckart Hammer (Reutlingen) begrüßt. Aus dem Bundesministerium für Gesundheit (Referat 322, Zielgruppenspezifische Gesundheitsförderung und Prävention) zugeschaltet war Co-Referatsleiter Dr. Andreas Schoppa.

Das Netzwerktreffen wurde mit einem Rückblick von Thomas Altgeld (LVG & AFS Niedersachsen, Vorsitzender Bundesforum Männer) eröffnet. Er zeigte, dass das Thema Jungen- und Männergesundheit heute deutlich mehr Resonanz bekommt als vor 15 Jahren. Dabei stimmt allerdings nicht immer schon die Richtung, und bei manchen Institutionen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft oder Medien ist noch deutlicher Entwicklungsbedarf zu vermerken. In der anschließenden Diskussion wurden u.a. einige Vorab-Statements der Gründungsmitglieder (nachzulesen in den Blog-Beiträgen auf dieser Homepage) reflektiert. Sieben von ihnen sind noch aktiv im Netzwerk, darunter Stefan Beier, Gunter Neubauer und Matthias Stiehler, die gemeinsam das Netzwerk koordinieren.

In der Diskussion wurde festgestellt, dass das Netzwerk nicht nur durchgehalten hat, sondern merklich gewachsen ist. Sein Reiz liegt für viele Aktive im niedrigschwellig organisierten fachlichen Austausch ohne unmittelbares Verwertungsinteresse und in der geringen Formalisierung. Dazu kommen das persönliche Kennenlernen und der – nicht zuletzt gesundheitsförderliche – Erlebniswert bei den Treffen. Das vor 15 Jahren formulierte Selbstverständnis hat sich bewährt und besitzt in großen Teilen immer noch Gültigkeit.

„Das Netzwerk Jungen- und Männergesundheit ist ein multidisziplinärer, niedrig strukturierter, nicht kommerzieller und vom fachlichen Interesse seiner Mitglieder inspirierter Zusammenschluss von Fachkräften aus allen Feldern der Jungen- und Männergesundheit.“

Bemerkt wurde auch, dass sich das Netzwerk einerseits zunehmend professionalisiert hat. Die Netzwerktreffen als bewährtes Austauschformat konnten erfolgreich etablieren werden. Andererseits  dürfte sich noch mehr Dynamik im Agenda-Setting sowie bei der Gewinnung neuer Netzwerkparter*innen entwickeln.

Nicht nur für geplante Netzwerkaktivitäten ist gegenwärtig eine bremsende Wirkung durch die Corona-Regelungen festzustellen. Die Netzwerk-Mitglieder haben darauf jedoch schon verschiedentlich reagiert, zum Beispiel durch:

Nach der Würdigung der vielfältigen Aktivitäten in den letzten 15 Jahren gab es auch einen Blick auf gegenwärtige und zukünftige „Baustellen“.

Zusammen mit dem Desiderat einer nationalen Männergesundheitsstrategie für Deutschland steht im gesundheitspolitischen Kontext die Männergesundheitsstrategie der WHO für die Europäische Region The health and well-being of men in the WHO European Region: better health through a gender approach zur Diskussion. Auch auf Bundesebene wäre die strategische Orientierung wichtig.

Im BZgA-Referat 2-22, das für Männergesundheit zuständig ist, gab es aktuell einen Leitungswechsel, ein neuer Termin des Beratenden Arbeitskreises ist noch nicht absehbar. In der Ressortforschung des BMG gab es eine Ausschreibung „Mehr Männer in die Pflege“: Entwicklung von Konzepten zur Steigerung des Anteils von Männern in der professionellen Pflege“ (03.09.2020).

Für das Thema Männergesundheit im kommunalen Zusammenhang wird es auf Initiative der Landeshauptstadt Stuttgart im Frühsommer 2021 ein Arbeitstreffen zu „Männergesunden Städten“ geben. Neben dem fachlichen Austausch soll es dort auch um Möglichkeiten zur Sensibilisierung der Gesunde-Städte-Netzwerk-Mitgliedskommunen für das Thema Männergesundheit gehen.

Das Bundesforum Männer, zu dessen Gründungsmitgliedern unser Netzwerk gehört, feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum: Dazu ist eine informative Broschüre erschienen, die einen guten Einblick in die gleichstellungspolitische Arbeit des Bundesforums und seiner Mitgliedsorganisationen gibt.

Die Stiftung Männergesundheit hat den diesjährigen Tag der ungleichen Lebenserwartung am 10. Dezember unter das Motto „Gute Arbeit macht gesund – schlechte Arbeit nimmt (das) Leben“ gestellt. Neben einer Facebook-Kampagne sind auch auch einige regionale Veranstaltungen geplant.

Der Vierte Deutsche Männergesundheitsbericht der Stiftung Männergesundheit „Männer und der Übergang in die Rente“ fokussiert auf gesundheitliche Herausforderungen beim Übergang in die Nacherwerbsphase. Er wird Ende November veröffentlicht und vorgestellt.

Die Durchführung des für 2021 geplanten Netzwerktreffens in Berlin wird von einem Team um Anne Starker (Robert Koch-Institut) abgestimmt, ein Termin ist gegenwärtig allerdings noch nicht absehbar. Thematisch soll es um „Männer – Gesundheit – Politik: Männergesundheitspolitik?!“ (Arbeitstitel) gehen.

Die Internationale Männergesundheitswoche (Men’s Health Week) ist auf 14. bis 20. Juni 2021 terminiert. Die nächste Männergesundheitskonferenz der BZgA (die sechste) findet voraussichtlich erst im Frühjahr 2022 statt.

Ein Dank aus der Runde ging an Martin Schumacher, Lennart Semmler (LVG & AFS Niedersachsen) und Gunter Neubauer (SOWIT Tübingen), die das Meeting vorbereitet hatten. Außerdem wurden die Netzwerk-Koordinatoren ermuntert, weitere Online-Treffen für das Netzwerk anzubieten – sie nehmen hierfür gerne Themenvorschläge entgegen.

Martin Schumacher, Gunter Neubauer

Zur Ausstellung „Der erschöpfte Mann“ im Landesmuseum Zürich, bis 10.1.2021

Helden-Diskurse in der postheroischen Gesellschaft…

„Im Laufe der Geschichte haben Männer zahlreiche heroische Ideale für sich geschaffen: Strahlende Sieger, selbstherrliche Schöpfer, Abbilder Gottes. Doch jedes Ideal entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Überforderung, an dem der Mann schliesslich zerbricht. Die vierte Schau der beiden Gastkuratoren Stefan Zweifel und Juri Steiner im Landesmuseum unternimmt einen Streifzug durch die europäische Kulturgeschichte des Mannes. Zeugnisse der vergangenen zwei Jahrtausende aus Philosophie, Gesellschaft oder Medizin illustrieren den Männlichkeitsbegriff und das Ringen um diesen. Seine Spuren finden sich durch die Jahrhunderte in Kunst, Geschichte, Literatur oder Kino.“

Die Züricher Ausstellung Der erschöpfte Mann ist wenig erschöpfend, sie arbeitet sich punktuell an Heroen und Asketen ab. Zwar wird auf zeitgenössische und spätere Infragestellungen dieser Leitbilder verwiesen, aber man bleibt doch im „Höhenkammdiskurs“ von Kunst und Literatur.

Eine sozialhistorische Rückbindung an konkurrierende und gelebte Männlichkeiten fehlt völlig. So wird jenseits aller sozialen und ökonomischen Zwänge die freie Wählbarkeit des Männlichkeits-Modells suggeriert. Fragwürdig! Erschöpft ist dieser Kuratorendiskurs! Die Ausstellung HELDEN. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen im LWL-Industriemuseum Heinrichshütte Hattingen war 2010 schon viel weiter!

Martin Dinges

Auf der Ausstellungs-Homepage finden sich ein Trailer, Podcasts (Von der Antike zum Ersten Weltkrieg, Das 20. Jahrhundert), Blogbeiträge (Laokoon-Skulptur, Frauen im eidgenössichen Söldnerwesen, 1914: Der Mann im Trommelfeuer) und Texte (Medienmitteilung, Gang durch die Ausstellung).

Statt Karnevalsauftakt: Online-Meetings zu „Alkohol“ am 11.11. und „Schlaf“ am 17.11. um 18:30

Gesundheit ins Gespräch bringen

Der Karnevalsauftakt in diesem Jahr fällt komplett flach. Seit Beginn der Corona-Krise sind viele gewohnte Zusammenkünfte nicht mehr möglich. Vieles wurde nach Hause verlegt: Arbeit, Freizeit, aber auch oft die Treffen mit Freunden und Bekannten, welche nun – so gut es geht – per Skype oder WhatsApp stattfinden. Immerhin bleiben das Feierabendbier und das Glas Rotwein zur Entspannung erhalten. Ist das eigentlich eine gute oder eine schlechte Nachricht? Alkohol zuhause, ist das okay? Wie viel Alkohol brauche ich jetzt zur Entspannung, wenn der Corona-Stress mich unentspannt macht?

Alkohol und ich – was geht? Darüber sprechen wir am 11.11.2020 mit Prof. Dr. Heino Stöver, Professor für sozialwissenschaftliche Suchtforschung an der Frankfurt University of Applied Sciences und Experte für Fragen rund um die Themen Mann sein, Männlichkeit und Alkohol.

Darüber hinaus bieten wir am 17.11.2020 ein Online-Meeting zum Thema „Schlaf – die Wellness-Tankstelle für Männer“ mit Prof. Dr. Ingo Fietze, Leiter des Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, an.

Meeting-Zeiten jeweils 18.30 – 20.00 Uhr

Zu den Anmeldungen: https://www.mann-was-geht.de/mwg-interaktiv/

Die kostenfreien Online-Meetings werden mithilfe des Anbieters zoom.us umgesetzt und finden im Rahmen unseres Projekts „Mann, was geht?! – Förderung der psychischen Gesundheit von Männern“ statt.

Leiten Sie diese Information gerne an Interessierte weiter. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Lennart Semmler, Martin SchumacherLandesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen, Hannover

15 Jahre Netzwerk – ein Statement von Gründungsmitglied Thomas Altgeld, Hannover

Als Vertreter des Netzwerks Jungen- und Männergesundheit wurde Thomas Altgeld 2017 in den Vorstand des Bundesforums Männer gewählt. 2019 wählte ihn dann die Mitgliederversammlung des Bundesforums zum Nachfolger seines Gründungsvorsitzenden Martin Rosowski.

1. Was hat mich 2005 zur Mit-Gründung des Netzwerks motiviert?

Ich hatte 2003 den ersten gesundheitswissenschaftlichen Sammelband zu Männergesundheit herausgegeben, eher beiläufig, aber mit Herzblut. Im Anschluss war ich doch sehr erstaunt, wie schnell man damit zum „Experten“ für Männergesundheit avanciert, obwohl die Herausgabe eher eine Suchbewegung war als eine theoretische Setzung.

Das Thema hat mich dann professionell und persönlich gepackt, deshalb ist auch relativ schnell der Wunsch nach mehr Vernetzung und Austausch entstanden.

Das war seinerzeit einfach eine sehr überschaubare Zahl von engagierten und sehr heterogenen Männern, die dem Thema überhaupt Bedeutung beimaßen.

2. Was hat sich seither im Bereich Jungen- und Männergesundheit verändert?

Jungen- und Männergesundheit ist kein Thema für wenige Enthusiasten mehr, sondern hat einen höheren Stellenwert erhalten. Es ist sogar gesetzlich verankert worden im Präventionsgesetz 2015, das heißt alle gesetzlichen Krankenversicherungen müssen in der Leistungsgewährung die besonderen Bedarfe beider Geschlechter berücksichtigen.

Das SGB V zur gesetzlichen Krankenversicherung ist heute das einzige gegenderte Sozialgesetzbuch neben dem SGB VIII. Eine so schnelle gesetzliche Verankerung hätte 2005 niemand erwartet.

Man muss allerdings sagen, dass die Umsetzungspraxis der Leistungserbringer im Gesundheitswesen dem noch hinterherhinkt, aber auch da tut sich was. Zudem ist die Datenlage deutlich besser geworden, mehrere Männergesundheitsberichte auf unterschiedlichen Ebenen machen nun klar, wo Männer und Jungen gesundheitlich stehen, und räumen dabei nicht selten mit tiefsitzenden Vorurteilen auf. Seit 2018 gibt es eine Männergesundheitsstrategie der WHO Europa, die das Wohlbefinden und die Gesundheit von Männern stärken soll, auch das ist ein riesiger Fortschritt.

3. Was hat sich für mich persönlich verändert durch mein Engagement für Jungen- und Männergesundheit?

Ich habe viele geschlechtshomogene Gruppen und Männerversammlungen gemacht seitdem, sicher mehrere Hundert in sehr unterschiedlichen Kontexten, z.B. in Jobcentern, Ministerien, Betrieben oder Gesundheitseinrichtungen. Dabei habe ich erlebt, wie sehr Gesundheit ein Thema für Männer ist und wie wenig Möglichkeiten unterm Strich bestehen, offen darüber zu sprechen, Sorgen oder Ängste, aber auch Erfolge zu kommunizieren. Ich selbst habe das Thema zunächst behandelt wie jedes andere Thema in meinem Berufskontext auch, aber ich habe dann gemerkt, wieviel es mit mir selbst zu tun hat.

Auch wenn es banal klingt und ich sicher kein Idealgewicht habe, würde ich sagen, ich achte mehr auf mich.

Neben der persönlichen Ebene hat sich auch die politische Ebene der Männergesundheit für mich verändert, ich bin nun seit über einem Jahr Vorsitzender des Bundesforums Männer, d.h. ich kann Gesundheit auch zum zentralen Handlungsfeld männerorientierter Gleichstellungspolitik machen und tue das auch.

Thomas Altgeld, Geschäftsführer der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen, Hannover

15 Jahre Netzwerk Jungen- und Männergesundheit – Online-Treffen Fr 6.11.2020 14:00 – 16:00, Anmeldung hier

15 Jahre Netzwerk – ein Statement von Gründungsmitglied Gunter Neubauer, Tübingen

Gunter Neubauer koordiniert seit 2014 zusammen mit Stefan Beier und Matthias Stiehler das Netzwerk und vertritt es in der Fachgruppe Jungen und junge Männer im Bundesforum Männer.

1. Was hat mich 2005 zur Mit-Gründung des Netzwerks motiviert?

Zu Beginn der 2000er Jahre wurde die neue Gleichstellungsstrategie des Gender Mainstreaming diskutiert und eingeführt. Damit stieg die Erwartung, dass wichtige Gleichstellungsthemen für Jungen und Männer wie Gesundheit, Wohlbefinden und Lebenserwartung nun auch stärker in den politischen und gesellschaftlichen Diskurs kommen werden. Allerdings zeigte sich schnell, dass hier noch einige Vorbehalte und Widerstände zu überwinden waren – und eigene Aktivität gefordert ist. Auch einige frühe, vorzeitige Todesfälle von Männern im Familien- und Bekanntenkreis haben mich damals zum Nachdenken gebracht.

2. Was hat sich seither im Bereich Jungen- und Männergesundheit verändert?

Unser Thema ist präsenter geworden und findet endlich auch einen stärkeren Niederschlag in der Gesundheitsberichterstattung. Gleichzeitig stoßen wir noch oft auf alte Vorurteile und Zuschreibungen, die männliche Problemlagen biologisieren, auf die Verhaltensebene reduzieren oder individualisieren. Das gilt für die medizinische Versorgung, aber auch für Prävention, Gesundheitsbildung und -förderung. Im politischen Bereich wird Jungen- und Männergesundheit heute (zumindest nominell) häufiger angesprochen, oft aber ohne dass sich daran ein sichtbarer Gestaltungswille anschließt. Bei vielen jüngeren Männern sehe ich den Wunsch, sich nicht allein im Beruflichen zu verausgaben und ein gesünderes, vielfältigeres Leben zu realisieren.

3. Was hat sich für mich persönlich verändert durch mein Engagement für Jungen- und Männergesundheit?

Ich habe viele kompetente, engagierte und nette Kollegen in ganz Deutschland kennengelernt und auch einige Kolleginnen, die sich alle in ihren Zusammenhängen für Jungen- und Männergesundheit einsetzen. Daraus haben sich gemeinsame Vorhaben und Aktivitäten entwickelt, die immer wieder in Veranstaltungen und Projekte gemündet sind. In unserem Bundesland Baden-Württemberg versuche ich, auf lokaler und regionaler Ebene etwas zu bewegen, und nicht zuletzt im Bundesforum Männer gibt es Entwicklungsraum für mehr Männergesundheit. Insgesamt haben sich meine beruflichen Aktivitäten von einem Schwerpunkt Jungenpädagogik mehr in den Bereich der Männergesundheit verlagert, und auch vom Lebensalter her ist mir eine gute, gesunde Lebensbalance inzwischen wichtiger geworden.

Gunter Neubauer, SOWIT – Sozialwissenschaftliches Institut Tübingen

15 Jahre Netzwerk Jungen- und Männergesundheit – Online-Treffen Fr 6.11.2020 14:00 – 16:00, Anmeldung hier