Niedersächsischer Gesundheitspreis für Vater-Kind-Rehabilitation

Die Fachklinik Thomas Morus auf auf der Nordseeinsel Norderney bekam am 30. November in Hannover den sechsten Niedersächsischen Gesundheitspreis in der Kategorie „Der kleine Unterschied – Geschlechterspezifische Gesundheitsversorgung und -förderung“ für das Projekt „Stationäre Prävention und Rehabilitation für Väter mit Kindern in einer homogenen Großgruppe“. Diese Vater-Kind-Maßnahmen gibt es in der Klinik seit 15 Jahren, etwa 200 Väter nehmen dieses Angebot pro Jahr in Anspruch. Dem Preisträger ist es gelungen, ein vorbildliches Angebot aufzubauen, das von Vätern hervorragend angenommen wird.

Die Fachklinik Thomas Morus führt an fünf Terminen pro Jahr anstelle von Mutter-Kind-Maßnahmen Vater-Kind-Maßnahmen für jeweils 38 Väter zusammen mit ihren Kindern durch. Die Männergruppe reist gemeinsam an und bildet für 21 Tage eine therapeutische Gruppe. In diesem Zeitraum werden keine Mütter aufgenommen. In dieser geschlechtsspezifischen Gruppe kümmern sich die Männer um ihre eigene Gesundheit, reflektieren in Gruppen oder in der Einzelberatung schwierige Situationen im Kontext von Familie und Beruf und nehmen die Vater-Kind-Beziehung bewusst in den Fokus. Gleichzeitig werden sie in der Bewegungs- und Entspannungstherapie für sich selbst aktiv. Für die Zeit der Vater-Kind-Maßnahmen wird der Anteil der männlichen Therapeuten erhöht. Außerdem begleitet zusätzlich ein Männerseelsorger die Maßnahme.

Die Vater-Kind-Maßnahmen gelten als zeitgemäße Unterstützung, um  Männer angesichts veränderter gesellschaftlicher Anforderungen auf ihrem Weg in ein neues Rollenverständnis zu begleiten. In der praktischen Arbeit zeigt sich, dass der Grat der Erschöpfung bei Männern sehr hoch ist und dass es vielen schwer fällt, Hilfe anzunehmen. Zugleich lässt sich während der Maßnahmen feststellen, dass Männer genauso wie Frauen neue Impulse und Anregungen aufgreifen können und beginnen, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren. Darüber hinaus bekommen Väter und Kinder die Chance, neue Seiten an ihrer Beziehung zu entdecken.

Der Niedersächsische Gesundheitspreis wird vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, der Kassenärztlichen Vereinigung, der AOK und der Apothekerkammer Niedersachsen ausgeschrieben. Die Organisation liegt bei der  Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen.

Jahrestreffen Netzwerk Jungen- und Männergesundheit 4. bis 6.11.2016 in Weimar

Das diesjährige Treffen des Netzwerks wird von der Stiftung Männergesundheit in Weimar ausgerichtet. Das interessante und vielschichtige Programm bietet einige Impulsvorträge von Netzwerk-Mitgliedern:

  • zur Definition von Männergesundheit (Doris Bardehle)
  • zum Männergesundheitsportal der BZgA (Siam Schoofs)
  • zur Kampagne „Männergesundheit Sachsen“ (Frank Scheinert)
  • zu Jungengesundheitsprojekten in Mannheim (Holger Kairies)
  • zu einem Männerberatungsnetzwerk für den deutschsprachigen Raum (Klaus Rosenkranz)
  • zum Männergesundheitsbericht 2016 „Sexuelle Gesundheit“ (Doris Bardehle)
  • zum Männergesundheitsbericht Baden Württemberg 2015 (Gunter Neubauer)

Außerdem gibt es ein Gespräch mit Katrin Christ-Eisenwinder, der Gleichstellungsbeauftragten des Freistaates Thüringen, einen Vortrag zur „Entwicklung des Männerbildes während der NS-Zeit“ mit anschließendem Rundgang durch die Gedenkstätte Buchenwald, einen Besuch der Anna Amalia Bibliothek sowie einen Vortrag zur „Männerfreundschaft“ zwischen Goethe und Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach.