Jungenmedizinisches Update – interdisziplinäres Symposium am 15.09.18 beim DGKJ-Kongress in Leipzig

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) hat am 5. Juni ihre Empfehlung zur HPV-Impfung für Jungen beschlossen. Danach empfiehlt die STIKO die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) für alle Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Zu einer Nachholimpfung wird bis zum Alter von 17 Jahren geraten. Mit Veröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 34/2018 Ende August wird die neue STIKO-Empfehlung offiziell. Danach hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) drei Monate Zeit, die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie zu prüfen, welche die Kostenübernahme von Impfungen durch die Gesetzliche Krankenversicherung regelt.

Die Entscheidung der STIKO für eine Empfehlung zur HPV-Impfung für Jungen ist nicht nur sehr begrüßenswert, sondern längst überfällig. Die Datenlage zeigte schon seit einiger Zeit die deutlichen Vorteile einer HPV-Impfung auch für Jungen. So konnte u.A. nachgewiesen werden…

  • dass Jungen im Alter von 10 bis 15 Jahren durch eine HPV-Impfung einen hohe Anti­körper-Titer erreichen.
  • Ebenso wurde die Schutz­wirkung des quadrivalenten HPV-Impfstoffs gegen Genital­warzen und Vorstufen des Penis- und Anal­karzinoms bei Jungen und jungen Männern nachgewiesen.
  • Daten aus Australien zeigten zudem die HPV-Impfung auch bezogen auf den sogenannten „Herden­schutz“ als sehr effektiv.
  • Bedeutsam ist, dass ungeimpfte Männer und Frauen, die sexuelle Kontakte zu geimpften Personen haben, ebenfalls gegen HPV-Infektionen geschützt sind.
  • Durch die HPV-Impfung können somit die Infektions­ketten zwischen Sexualpartnern unterbrochen werden.

Diesen -und weiteren – Vorteilen der HPV-Impfung konnte sich die STIKO nicht länger verschließen. Nun ist wünschenswert, dass die Prüfung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA), die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie und die Kostenübernahme dieser Impfung auch bei Jungen durch die Gesetzliche Krankenversicherung rascher erfolgt, als dies bei der Einführung der HPV-Impfung für Mädchen der Fall war.

Pädiater ziehen hier mit den Urologenverbänden an einem Strang. Auf dem kommenden DGKJ-Kongress in Leipzig wird es wieder ein gemeinsames jungenmedizinisches Update (u.A. auch zur HPV-Impfung) in Form eines interdisziplinären Symposiums am Samstag, 15. September 2018, 8.30 – 10-00 Uhr (Mehrzweckfläche 4) geben.  In bewährter Runde diskutieren Prof. M. Stehr (DGKCH), Dr. W. Bühmann (Berufsverband der Deutschen Urologen e.V.), Dr. M. Endres (Ärztliche Akademie für Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen e.V.) und Dr. Bernhard Stier (Beauftragter für Jungenmedizin / Jungengesundheit des BVKJ e.V.).

Dr. med. Bernhard Stier

Beauftragter für Jungenmedizin / Jungengesundheit des BVKJ e.V. und Mitglied im Netzwerk Jungen- und Männergesundheit

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