Bericht über das Netzwerktreffen am 2. – 4. März 2018 in Stuttgart

In einem Turnus von eineinhalb Jahren trifft sich das im Jahr 2005 eingerichtete Netzwerk Jungen- und Männergesundheit zu Arbeitstagungen, in denen aktuelle wissenschaftliche und politische Entwicklungen des Themenfelds diskutiert sowie Best Practice-Beispiele aus Lebenswelten von Jungen und Männern erörtert werden. Mit rund 40 Anmeldungen zeigte das Treffen am 2. – 4. März 2018 in Stuttgart eine leicht gestiegene Resonanz in der Fachöffentlichkeit und war somit das bislang am stärksten besuchte. Der Kreis der Teilnehmenden setzte sich aus Vertreter*innen von Forschungseinrichtungen, Fachverbänden und -behörden des Gesundheitswesens auf kommunaler, Landes- und Bundesebene sowie Expert*innen der Gesundheitsförderung und -versorgung in Lebenswelten zusammen.

Die Koordination des Netzwerktreffens wurde durch das Sozialwissenschaftliche Institut Tübingen (SOWIT) und den Initiativkreis Kompetenzzentrum Jungen- und Männergesundheit Baden-Württemberg (komm b-w) in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg umgesetzt. Um dem Handlungsfeld Jungengesundheit stärker als bislang Rechnung zu tragen, wurde erstmals ein „Vorseminar“ realisiert, in dessen Rahmen das neue Manual Jungenmedizin vorgestellt und diskutiert wurde.

Die Eröffnung des Netzwerktreffens nahmen Sabine Keitel als Vertreterin der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und Staatssekretärin Bärbl Mielich, Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg, vor. Frau Staatssekretärin Mielich nahm anschließend an einer Gesprächsrunde zu Fragen der Jungen- und Männergesundheitsförderung teil, in der insbesondere die Ergebnisse des Berichts Jungen- und Männergesundheit in Baden-Württemberg 2015 und die politischen Schlussfolgerungen daraus vertieft wurden.

Der zweite Tag des Netzwerktreffens wurde durch Beiträge der Netzwerkmitglieder gestaltet, die ein inhaltlich breites Spektrum von aktuellen Forschungsergebnissen über Sensibilisierungskampagnen auf Bundes- und Landesebene bis hin zu spezifischen Interventionen in Settings umfassten. Die Kommune als Setting der Gesundheitsförderung wurde in einem Beitrag des Sachgebietsleiters strategische Gesundheitsförderung im Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Stuttgart Heinz-Peter Ohm gewürdigt, mit dem der Besuch von Praxiseinrichtungen in Stuttgart thematisch eingeleitet wurde.

Die Exkursionen erfolgten in zwei Gruppen. Die erste besuchte die Regionalgruppe Stuttgart des Verbands für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, intersexuelle und queere Menschen in der Psychologie (VLSP) mit dem Projekt der Türkischen Gemeinde in Baden Württemberg e. V. „Kultursensible sexuelle und geschlechtliche Vielfalt – Andrej ist anders und Selma liebt Sandra“ (www.kultursensibel-lsbttiq.de) und das Projekt Jungen im Blick im GesundheitsLaden e. V. Die zweite Gruppe suchte die Projekte Café Strichpunkt, info4escorts und Antihelden des Vereins zur Förderung von Jugendlichen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten auf. Ein gemeinsamer Ausklang in den Räumen des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung rundete das Tagesprogramm ab.

Weitere Beiträge der Netzwerkmitglieder leiteten den dritten Tag des Netzwerktreffens ein, der im Anschluss Fragen zukünftiger gemeinsamer Aktivitäten und der Weiterentwicklung der Netzwerkarbeit gewidmet war. Dass während der Erörterungen der positive Ausgang des SPD-Mitgliedervotums zum Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die 19. Legislaturperiode vermeldet wurde, fand keine nennenswerte Aufmerksamkeit, da das Thema Männergesundheit in diesem lediglich indirekt adressiert wird (siehe hierzu auch „Was bringt uns der Koalitionsvertrag?“).

Das Netzwerk Jungen- und Männergesundheit strebt daher an, die Sensibilisierung für das Thema in beziehungsweise mit den etablierten Fachgremien (BZgA-Arbeitskreis Männergesundheit, Bundesforum Männer, kommunale und Landes-Kompetenzzentren) zu optimieren und in den nationalen und internationalen politischen Diskursen weiterhin auf die Agenda zu setzen (Einzelheiten siehe Protokoll „Absprachen zur Strategie und Weiterarbeit im Netzwerk“).

Die Teilnehmenden dankten den Netzwerkpartnern aus Baden-Württemberg herzlich für die angenehme Organisation und die gelungene, abwechslungsreiche Programmgestaltung. Die Koordination des nächsten Treffens im Herbst 2019 wird durch den Ansprechpartner für Männer der Stadt Nürnberg Matthias Becker umgesetzt (Termin: 15.-17.11.2019).

Martin Schumacher, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. / Redaktionsteam www.maennergesundheitsportal.de

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